Marginalien

Marginalien

Ich brauche jedes Jahr länger mich wiederzufinden – durch die Nutzung der Social-Media-Plattformen marginalisiere ich mich selbst.

‪In der Sache „Taz sperrt mich, warum?“ etwas schlauer inzwischen: Ich folge einem Profil, das im Verdacht steht, ein eigenes Hirn zu benutzen. Ich stehe daher im Verdacht, mein Hirn dort andocken zu wollen. Deswegen: wenn ich ihm folge, blocken. So steht wahrer Erkenntnis nichts im Weg

‪Ich bin tatsächlich gesperrt, aber nur halblang, anschreiben und anfragen darf ich sie nicht, folgen inzwischen schon. Hat mich trotzdem verstimmt,  

‪Kreuzgewitter

‪Tweet über die Hitze vermeiden, sie steigt zu Kopf

‪Alte Tweets löschen nicht vergessen, sonst wirst du gesperrt

‪Bei Transferleistungen der anderen komme ich aus dem Staunen kaum heraus. Wenn jemand schreibt: Freund. Ein anderer schreibt: Hab ich bereut. Und noch einer antwortet: Freut mich für dich, bin ich raus. Schreibt ein vierter: ich bin raus, freut mich das. Und raus

‪Bewahrungsmelancholie

‪Vielleicht war es auch nur nicht so rhythmisch gelesen wie der Text rhythmisch sein soll. Was sie als großzügig umschreibt, empfand ich als eng, aber nicht bedrückend eng, sondern als hilflos beengend.

‪Ich bin es müde: dies linke Narrativ vom Blocken, Verhindern, Sperren, Ausgrenzen, Zusammenhalten, „Nazis überall“, FC St. Pauli, Widerstand und Boykott. Es müsste heißen: verhindert die, die euch verhindern. Und raus.

‪Trifft sich : betrunken lebte ich im Paradies. Nüchtern war es die Hölle.

‪Wie schön ist das denn! Die schönste Mutter aus meiner Klasse löst ein Versprechen ein: sie kann erzählt werden und gewinnt den Literatur Preis durch die Erzählung ihrer Tochter, ich freue mich für sie

‪https://1e9.community/t/fuer-eine-besiedlung-des-mars-braucht-es-weniger-menschen-als-gedacht/4897

‪https://www.deutschlandfunkkultur.de/literaturkritikerin-sigrid-loeffler-zum-bachmann-preis-das.1270.de.html?dram:article_id=479011

‪Nehme aus diesem Jahr mit: Bären, Affen, Mäuse, Hunde, Katzen, Igel, kein Wal, Schlange stehen. Adam trägt das Haus auf dem linken Handrücken, der Himmel flach und viele Ich hinter hohen Fenstern vor halbleeren Gläsern.

‪Gute Idee: zu schreiben, wenn es mir gut geht. Endlich würde ich lesen, wie schlecht es mir ging. Würden sich die anderen an die Regel halten nur dann zu schreiben, wenn es ihnen nicht gut geht.

‪Auf der Suche nach meinem Ich ist mir ein Zwinger begegnet

‪Ist mir tatsächlich zu realbezüglich moralistisch angefüllt mit künstlichem Ekel

‪Textfreejazz wahrscheinlich wieder ein großer Wurf – hier habe ich noch Geissler nie zu Ende gelesen.

‪Truman Show von Peter Weir 1999. „Du hast einen tollen Job, Truman, einen Schreibtischjob.“ „Das Wetter gefällt mir nicht, mein Sohn.“ „Hey, was soll das?“ „Geht mir aus dem Weg.“ „Mir ist sehr bewusst, dass dein Vater Einzelkind war.“

‪Gonzalez macht mich fertig

198 Das war zu einfach. Wovon lebt er? Lieblingsworte: Paranoia oder Projektion … es gibt sie, die wirklich andere treffen wollen, sich mit ihnen austauschen, dir das Ohr abbeißen, man ist höflich genug und auch schon erfahren, wer einem das Ohr abbeißt, kann auch was einstecken, dem beiße ich auch mal das Ohr ab und malträtiere ihn mit meinen Belangen, wenn es auch nicht so spannend ist, sich gegenseitig das Ohr abzubeißen, man will schließlich mehr.

Nun, das kriegt man eben nicht häufig. Das Mehr. Also wünscht man es sich. Man baut um den anderen, das geschieht zwangsläufig beim Briefeschreiben, Aura auf. Da entsteht, was nicht ist, es spielt einem die Fantasie fortlaufend einen Streich. Das nennt man hier Projektion. Projektionen haben mit Wünschen zu tun. So kommt es, dass man häufig hinter jedem Satz mehr vermutet, als drinsteht.

Hinter dem Satz beispielsweise ‚ich bin ein toller Hecht‘ lässt sich viel vermuten oder eben nichts. Man sitzt in der Falle. Ein Spaziergang durch den Wald, da man Angst bekommt vor Rotkäppchen, obwohl es eine Eule war.

Wir sind Gefangene der eigenen Sätze. Jeder Satz hat die Eigenschaft, das eine wie das andere zu meinen.

Wenn da steht: Ich finde dich doof. Heißt es, dass der eine das vom anderen behauptet, der andere es aber dem nicht abnimmt. Sagt mir jemand, du bist doof, werde ich ihn vom Gegenteil zu überzeugen versuchen.

Darauf wird er erst recht sagen: du bist doof, du bist sogar sowas von doof. Also macht man weiter und behauptet weiter das Gegenteil. Diese Art des gegenseitigen Weglobens würde nie stattfinden, begegnete man sich auf einem Marktplatz. Dort würde man aneinander vorbeigehen.

Hier, im Internet hingegen, setzt man sich dem aus. Man redet mit Leuten, mit denen man sonst nie reden würde.

Mit solchen Leuten trifft man sich noch. Mein Gott, das musste schief gehen … es sei denn, es geschieht, was man nie für möglich gehalten hätte. Man trifft sich, obwohl man sich nie gesehen hätte. Man beginnt, über seinen eigenen Schatten zu springen. Man sieht plötzlich Leute, die man sonst nie erkannt hätte.

Damit wird sichtbar. Man kommuniziert auf einer Sprach- oder Textebene, die es im Real-Life nicht gibt.

Im Real-Life wird vieles über die Affekte [gepaart mit den Sinnen] entschieden. Im Netz wird es über die Ratio entschieden. [Gepaart mit Affekten]

Da man hier über die Ratio entscheidet, ist man ungleich empfänglicher für Sätze, die die Affekte betreffen. In Wirklichkeit nämlich will die Seele angesprochen werden. Auf der Straße wie im Netz.

Vor dem Hintergrund unverständlich, was sich hier angetan wird: sich zu bescheinigen, wie blöd man sei. Ich gehe doch nicht auf die Straße an den Kiosk und brülle dem Kioskinhaber ins Gesicht: Sag mal, ich wollte keine Pommes, ich wollte dir die Nase … blankputzen.

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Marginalien * Marginalien * Marginalien * Marginalien + Marginalien + Marginalien