Slogans Fragmente Spinnoff

Slogans Fragmente

– Nur Slogans nur Schnipsel, Fragmente, niemand weiß etwas, und der etwas mehr weiß, arbeitet bis spät in die Nacht – auch er wird morgen abgeholt vom Neuen. Die Botschaften wechseln ihre Erzähler.

Weißt du noch, wie man Text spannend gestaltet, wie man ihn so vorantreibt, dass der Herzschlag zunimmt?

Morgen schon würden sie ihre Witze reißen über diese Auslassung. Du könntest den ganzen lieben Tag lang in Büchern herumblättern und jeder Satz, ich betone jeder! Satz! käme dir vor, wie ein von dir selbst geträumter – dabei bist du in ihm gefangen, weil er nicht von dir ist.

Die mobile Variante, die kontextuelle, die, die den langen Atem hat, die, die sich zwischendurch konsumieren lässt. Der Satz ist mein Chef.

Überschriften gesucht

Und beiläufig lässt du die Sätze fallen wie andere ihre Brieftasche. Als hätten Sätze etwas vom Geld, das die anderen haben und eben noch bereit waren zu verschenken.

Du glaubst nicht, wie lang ein Satz werden kann, in dem nichts enthalten ist als deine ureigene Angst um einen sinnfälligen Beitrag – du wolltest es in der Bedeutung und hast es nicht in den Kopf bekommen, dass andere einfach zusammenstehen und miteinander plaudern. Einfach plaudern. Die Musik der Stimmen aushorchen. Den Sound der Worte austauschen. Hin und wieder scheint einer zu kreischen. Hier und dort scheinen sie zu singen.

Zwischen den Sätzen der einen und denen der anderen warten die Unterschiede auf ihre Auslegung. Die einen sprechen versandet trocken und lustlos, andere scheinen sich im Ton zu vergreifen und fiepen, piepen, sticheln. Der Doktor Sand. Der liebe Fiete. Wenn dir nach Schmunzeln ist, such dir einen anderen Partner als das Sinnfällige oder Bedeutsame. Spiel das in Slogans, in Schnipseln, in Fragmenten.

Dieser Text ist 300 Worte stark. Und benötigt Überschriften.

194 Das macht aua.

195 immer online. Es schreit mich der Wolf an in der Nacht, er brüllt, ich kann von seinem Gebrüll kaum schlafen …

197 Die zwei Seiten einer Münze. Kopf und Zahl. Das Symbol deutet auf Erkennbarkeit, der Kopf auf Persönlichkeit. Ich habe die Website ein halbes Jahr beobachtet, ich habe sie aktiv mit Kommentaren begleitet, habe mich verliebt. Ich glaube inzwischen, dass man trotz der Absicht, Menschen kennenzulernen, hier ist, sich und seinen Absichten Abluft zu verschaffen; die Ausweitung der Kampfzone. Ich will den Wind jenen nehmen, die glauben, sie könnten interessante Leute kennenlernen, zwar habe auch ich ein paar interessante Leute kennengelernt, trotzdem beschleicht mich der Verdacht, dass vieles einem anderen Zweck dient: Sich freitoben, freischreiben oder sich selbst therapieren.

Schrei(b)therapie quasi, man schreibt gegen eine Wand, man spuckt sich aus gegen den Monitor, man könnte nackt auf die Straße, lieber nicht. Also geht es nackt ins Netz. Was ist dran am medialen Zauber? Ich finde Aspekte der Menschen, kann sie mir anschauen, als wären sie durchsichtig, aus Glas. Jeder Satz, der mir entgegengebracht wird, ist fast schon Vertrauensbeweis. Man schreibt sich stunden- oder wochenlang Mails, man erzählt sich die Jugend, man ist mit den Abenteuern des Mailers beschäftigt und hat plötzlich das Gefühl, als sitze er neben einem und diktierte, was man denkt. Man schreibt sich ins Verborgene, ins Geheimnis, ins Vertrauen hinein …

Schon trifft man sich, sieht sich, spricht. Das mag gelingen, manchmal geht es schief, anschließend geht es wieder vor den Monitor. Warum? Es war ein angenehmes Treffen, trotzdem geht man wieder online.

Vor wenigen Stunden saß man zusammen in der Kneipe … man geht nach Hause. Geht online. Und sucht weiter.

Ich will alles auch. Du bist mir zu wenig. Was schreist du. Man hat die Kontrolle verloren und will es erzählen, es sei das Netz dafür verantwortlich, dass die Erwartungen über die visierbaren Zielen hinausgehen, da gehört man hin. Hip Hip Hurray. Es ist die Wirklichkeit um sich selbst überhöht! In dieser sitzt man mit seinen beunruhigten Anteilen und will Liebe, Sex und Crime. Was eine Fresssucht. Jaja, würde Papa sagen. Ihr seid es. Alles habt ihr gesehen, gehabt, und seid noch immer unzufrieden. Was eine Generation. Ja, Papa, schäm dich. Hättest ja an dich halten können, ich aber sei ein Wunschkind. Jaja, sage ich, der Wunsch der Frau Mama.

Slogans Schnipsel Fragmente
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