Alles neu und?

Alles neu und?

Wenn du sagen willst, was du denkst, versuch es mit einer Lüge

[bin mir sicher, das hat schon jemand gesagt – ich habe keine Quelle – geht wohl ein in die Kategorie : Allgemeinplatz oder Unterbewusstsein : (kollektives?)]

Will das nicht vertiefen: Täuschungsversuche. Im Entstehen

Verlink mich nach … Home – oder zur Musik (da geht es weniger moralisch zu)

164 … nicht einfach, die Reise innerhalb der eigenen vier Wände als erträglich zu bezeichnen.
Die Tischtennisspiele sind es nicht. Die ernsten Briefwechsel auch nicht. Es fehlt etwas. Noch tauche ich regelmäßig auf, um dem auf die Schliche zu kommen. Wieder eine Lebensabschnittsreise in die Irre. Habe ein Profil entdeckt, da heißt es zutreffend. Ich hab keinen Bock mehr auf Mailings … ich mag lieber telefonieren.

Ja. Aber. Da ist mir ein Mailing missraten. Man schreibt sich tagelang und in einem Moment der Unachtsamkeit erklärt man sein Pflichtbewusstsein, prompt die Antwort, viel Spaß bei deiner Arbeit. Auf Nimmerwiedersehen.

Muss ich dem hinterher mailen? Sicher nicht. Ist mir zu anstrengend. Dass man ihnen erklären soll, wie einzigartig sie sind?!

Traumfabrik gleich Wurschtfabrik? Der reale Bezug ist nun mal der ernste Zustand des Jetzt und Hier

… zu viele Ansprüche … man könnte ganz ein anderer sein gilt nicht.

Eigenartigerweise, und das sollte ich mir gar nicht erst angewöhnen, merke ich, wie ich mich bei allen möglichen Leuten klein mache und höflich und entgegenkommend.

Da hab‘ ich glatt meinen anfangs formulierten Anspruch, ich will eben nicht mehr allein sein, zugunsten einer Verspieltheit und Ästhetisierung des Alleinseins aufgegeben.

Auf dem Weg zum Olymp (?) – wären die guttuenden Menschen nicht (Freundesliste überwachen und beizeiten auch mal bereinigen (?)), ich wäre nicht mehr hier. Wegen derjenigen, die überhaupt nicht guttun.

Wieso sich kämpferisch dem Abgrund widmen,

wo die angenehmen Seiten sichtbar werden und sind. Es ist wohl eine Gradwanderung zwischen Erleben, Selbstverlautbarung, Hilflosigkeit und Spaß.

166 sagt mir eure Wünsche, ich komme euch entgegen, fliegt mir in die Arme, ich schenke euch den Regen

177 AW after words AFAIK as far as I know soweit ich weiß ASAP as soon as possible so schnell wie möglich BTW by the way übrigens CU see you Tschüss bis dann D/L Download FYI for your information zu deiner Information HTH hope that helps hoffe, das hilft IIRC if I remember correctly wenn ich mich richtig erinnere

IMO in my opinion meiner Meinung nach IMHO in my humble opinion meiner unbedeutenden Meinung nach IOW in other words mit anderen Worten LOL laughing out loud lautes Lachen OT off topic vom Thema weg POV point of view Standpunkt ROTFL rolling on the floor laughing vor Lachen am Boden wälzen SCNR sorry, could not resist sorry, konnte nicht widerstehen LG Liebe Grüße

178 fingiert … ein paar Aspekte zum Faken – sie schließen sich hinter ihren Fakes nur selber ein.

Neben dem Spaß, Aspekte einer Persönlichkeit darzustellen, entsteht ein Aspekt der Leere. Geheimnisse verbergen sich hinter Persönlichkeiten. Fingierte Persönlichkeiten sind suspekt. Daran ändert sich erst recht nichts, wenn das Fake seine Maske fallen lässt. Wer die Täuschung zum Prinzip erklärt, dem glaubt man nimmer … zu analysieren wäre die Unruhe, die von Fakes ausgeht. Die Frage ist weniger, ob das legitim ist oder nicht, die Frage ist, wer bezweckt was womit?

Wenn sich jemand versteckt und sich öffentlich die Mühe gibt, in verschiedene Sprachgewänder zu schlüpfen, was hat er-sie-es davon? Einmal ist er-sie-es Intrigant-in, hier ein-e Terrorist-in, dort Robin Hood, hier Filmemacherin dort Scheich … die Geschichte führt an Grenzen. Ich täusche also bin ich.

Nehmen wir an, es handelt sich um ein Spiel. Ich will den Spielpartner verwirren. Weil ich, integer mit der eigenen Verkleidung, nur ernst nehme, wer sich verwandelt. Nimm das Fake ernst, es handelt sich um einen Verwandten. Lobe seine Vielfältigkeit. Sein verspiegeltes ICH. Sein schwächelndes, sein starkes. Der schwarze Block links steht dem schwarzen Block rechts gegenüber, es wird einander zugerufen: Du Faschist.

Wir wollen nicht von der Schwäche ausgehen. Was uns erscheint als das, was ist, ist etwas anderes, als es scheint. Es macht sogar Spaß, mit Leuten zu kommunizieren, von deren Hintergrund ich nichts weiß. Als würde ich mich mit einem Bittsteller unterhalten, wer aber bin ich selbst in dem Kabinett?

Das Fake als Spiegel. Die andere Seite, die von Falschnamen und Falschaussagen ausgeht. Stell dir eine Figur vor, die Leute kennenlernen will. Sie rennt in ein Fake. Einige dieser Fakes wirken regelrecht echt. Die Bewertungen sind hoch. Es existieren Gästebucheinträge. Es wird fleißig gegrüßt. Unsere Testfigur gerät an ein Fake. Schreibt ihm Briefchen. Bekommt nette Zweizeiler zurück.

Unsere Testfigur wird motiviert und erzählt von seinen Vorlieben, beispielsweise, wie hoch das monatliche Einkommen ist oder wie der Teddy in der Ecke liegt oder wie toll es ist, samstags in der Pizzeria zu verbringen. Unsere Testfigur hat sich offenbart und private Geheimnisse geplaudert, unser Fake hat sich das angesehen, hat ein Bild von unserer Testfigur und entscheidet plötzlich. Nein. Ist mir zu langweilig. Bums. Aus. Fake geht stiften.

Tagsdrauf. Fake ist nicht mehr. Was eine Mühe?! Das hätte man unter anderen Umständen auch erfahren, warum die Mühe? Anders: Wenn das schon so eine Mühe macht, lässt es sich nicht automatisieren? Ich muss nur eine Plattform errichten, auf die ich sie locke, dort ziehe ich mir die Texte rein, die Briefe und Vorlieben, mache Nutzerprofile daraus und bespiele die Profile mit ihren Vorlieben und locke sie hierhin dorthin und wenn es nicht anspringt, Porno hilft … Stopp, du bist entgleist.

Nun, nichts Stopp. Wenn schon, muss man sich das mal klarmachen hier. Es werden Nutzer, ohne dass sie es wissen, von Maschinen aufgesaugt und ausgelaugt, damit man ihnen etwas vorgaukeln kann, so steuert man Geldströme, Kaufbedürfnisse, ja.

Was, ja. Ja und, das wissen wir schon. Stichwort Netzwerkeffekte. Ja, wenn wir das schon wissen, warum machen dann alle mit? Wieso lassen sich gebildete Menschen von Maschinen etwas vorgaukeln?

Nun, das Fake bildet eigentlich nur einen Menschen ab, der sich verkleidet, es ist außerdem mühselig, sich in verschiedene Kostüme zu begeben oder zu verwandeln, man könnte die einzelnen Kostüme jeweils programmieren und einen Automatismus schaffen, diesem Automatismus muss man die Leute aussetzen, sie aber müssen glauben, dass die Maschinen Menschen sind und später, wenn auch das erprobt ist, werden sie Maschinen wie Menschen empfinden und werden den Maschinen vertrauen, als wären es Menschen, sie werden den Maschinen alles geben, was sie selbst wollen und werden hoffen, dass sie mehr bekommen als durch Menschen − weil inzwischen alle Menschen sich mit Maschinen verstärkt haben … und so weiter.

Da fragst du noch, warum alle mitmachen? Es handelt sich um ein Spiel, um List, um einen Hinterhalt, um Täuschung, eine Maschine kann schon sehr gut täuschen, da sie schon mehr Eigenschaften besitzt als jeder einzelne Mensch.

Trotzdem ist in dieser Denke ein Fehler, ein Fehlkonstrukt. Nehmen wir an, jeder Mensch hätte Mittel und Möglichkeiten, sich mit so vielen Maschinen wie möglich auszustatten … dann würden alle Menschen voreinander gleich sein mit eben den gleichen Möglichkeiten, alle wären gleich ausgestattet, was soll daran attraktiv sein, es würde sich in so einem Umfeld jeder vor dem anderen neutralisieren, der Gedanke, der Bessere oder Klügere gewinnt, wäre aus der Welt.

Er ist aber nicht aus der Welt, da wir uns in einer Übergangsphase befinden, es glaubt ja jeder, er könne den anderen überlisten.

Ja, bis er selbst überlistet wurde.

Nein, bis sie sich gegenseitig überlistet haben und ihre Panzerung ablegen und sich an den Tisch setzen und Bier trinken und darüber lachen.

Weiterer Aspekt: Dadurch, dass so viele Fingieren und Faken, entstehen Leerstellen, leere Räume (Man hält sich voreinander auf Distanz!) Man schreibt sich nicht mehr mutig an. Je mehr Falschaussagen die Diskussion beeinträchtigen und je mehr unterschiedliche Aspekte der menschlichen Vorstellung und Selbstdarstellung sich unter ein und dasselbe Haus subsumieren lassen, desto unergiebiger die Kommunikation.

Wir wollen uns nicht immer mit der gleichen Person unterhalten, sei sie noch so vielseitig.

Immerhin laufen wir Gefahr, dieser multiplen Persönlichkeit real zu begegnen. So ein Fake oder die vielen Fakes hinter einer menschlichen Erscheinung hat blaue Augen zum Beispiel. Wenn ich nicht auf blaue, sondern auf schwarze Augen stehe … kann das das Fake fingieren? Real steht dort ein anderer Mensch. Eine Einmeterachtundsiebzig große Feuersbraut … super intelligent, aber von der Ausstrahlung einer Litfaßsäule …

Nun hab dich nicht so …

Alles neu - und?
Alles neu – und?

Sag es mit einer Lüge: Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Alles neu und? Sag es mit einer Lüge