Gestaltungsfreiheit in der Wunderbar

Gestaltungsfreiheit nicht Maschinen anpassen … heißt: sich nicht den Maschinen anpassen.

Was den meisten gefällt. Heißt nicht, dass es allen gefällt.

Welche Innovation bliebe dir noch, wenn alles dem Diktat weniger folgt?

Es ist davon auszugehen, dass den meisten entgeht, was es neben ihrer Wahrnehmung noch gibt.

Gefallenwollen kann Missfallen erzeugen. Und zur Plage werden. Zur Selbstquäl-Phrase.

Dass Massegeschmack Geltung und Bedeutung gewonnen hat, muss zu Denken geben.

Der oder die sich selbst als Inspiration sieht oder als Idee von etwas außerhalb der eigenen Idee

Wenn dir Text nichts bedeutet, bleibt Text ohne Bedeutung. Bis ihm jemand Bedeutung verleiht – die ihm nicht innewohnt.

Willst du Text mit Bedeutung versehen, drohst du ihn zu überfrachten. Ihn zu überhöhen und umgekehrt damit auszuhöhlen, ihn zur Phrase umzuschreiben.

Die Maschine suggeriert im Gegenzug, ich würde zu lange Sätze schreiben. Ich fürchte, dass sie nicht so sehr auf Lesbarkeit aus ist, sondern auf Infantilisierung. Als wäre nichts ambivalent, sondern einfach. Die Maschine kann Satzzeichen wie Gedankenstriche und Kommata nicht als Trennzeichen akzeptieren, sondern als Teil von Sätzen.

Diesem in meinen Augen einfachen Text bescheinigt die Maschine eine Komplexität, die ihm nicht innewohnt. Ich soll Sätze kürzen. Im gleichen Atemzug mehr schreiben. Sie schaltet auf grün, nachdem ich Kommata durch Punkte ersetzte.

Auf dem Bild in der Ferne zu erkennen: Kraniche bereiten sich auf den Flug nach Süden vor. Hunderte.

Aus Trollsolo: Ich weiß, du willst es nicht mehr hören, auch ich will es nicht mehr hören, da ich von dir nichts mehr höre, du nichts von mir, suchen wir uns. Ich klicke blindlings auf Profilen herum. Wenn ich nicht weiterweiß, kann ich ein Wort mit mir wechseln und mich fragen, ob ich mich richtig verhalte.

Ich soll mir das abgewöhnen und mich verhalten, wie ich mich immer verhalte, opportun wie Spitzweg unterm Dach. Gestern noch war es der arme Poet, heute Oblomov. Ich werde jetzt rumklicken.

Unter meinem Regenschirm. Im Bett. Profile klicken. Ich werde ihnen klicken, dass ich neu bin. Es ist alles mit allem verlinkt. Ich kann auf Bildchen klicken und erkenne welche, wie man sie selten auf der Straße antrifft. Sie kommen nicht aus Berlin, soll mich das kümmern? Berlin ist meine Stadt mit dir. Es wohnt eine in Potsdam. Ich weiß nicht, was ich ihr schreiben soll. Wie stelle ich mich vor? Dass ich Klavierhände habe zum Rumklicken?

Du sollst nicht buddeln, sagt der Amerikaner, wenn du in einem Loch stehst … die Frage, was real ist, was virtuell, interessiert dabei wenig, das eine ist doch längst Teil des anderen geworden. Ich spielte in der Abteilung Artikel verfassen eigene Geschichten, im Forum prüfte ich meine Präferenzen, ein Grienen und Witzeln und Selbstdarstellen, es besaß unleugbar Unterhaltungswert und trug sogar zur Fortbildung bei.

Nicht umsonst sprachen wir von Farben in den Grautönen. Es muss eine Empfindung geben jenseits der Ansprüche. Weniger Glaubensmodell, mehr Zwischenton. Ich lernte von Tag zu Tag besser sehen, nicht besser, inspirierter!

Eines Abends saß Rosa vor meinen Schallplatten und konnte meiner Vorliebe für unpräzise Töne nicht folgen, wir einigten uns auf Massive Attack. Als sie zur Tür hinaus war, hörte ich wieder leise an Stangen geschlagenes Holz … ein Synonym für die Unfähigkeit, mich selbst zu beschreiben, die Dinge werden sicht- und hörbar, mit ihnen die Geheimnisse, ich ahnte, sie sind ein Bluff.

Du sagst, ich sei dir als Fremder begegnet, wie man im Straßenraum Fremden begegnet, sagst aber auch, du hättest mir keine Beachtung schenken können, weil du gebunden warst, das konnte ich nicht wissen.

Wenn ich im Netz herumklickte in den Foren und auf deine Seiten, entdeckte ich Bilder, die meinem inneren Auge entsprachen. Ich sah dein Bild, den wechselnden Text, ich fand keinen Zugang. Sicher willst du hören, dass ich ins Netz ging, um nur dein Bild aufzusuchen, nur deinen Text. Du wirst es nicht glauben, ich ging regelmäßig ins Netz und klickte zuerst einmal dein Bild und deinen Text.

Die sich mir aufbaute, war eine elegante Frau mit Haus in den Bergen. Am Sandweg mit hohen Zedern und Fichten, vor dem Haus parkte ein glänzendes Auto, vor dem eine die Hände beiläufig in die Hüfte stemmende Frau, mit Tochter, sie fand immer Erwähnung, wenn eine medizinische Untersuchung bevorstand oder zurücklag, sie hatte weiße Kleider an.

Ihr inszeniertet im Netz eine Jagd, bei der ein armer Mann aus dem Westen die reiche Frau aus dem Osten begehrte, von der reichen Frau im Osten erfuhren wir, dass der arme Mann aus dem Westen nicht mal in der Lage war, ein Mittagessen zu bezahlen, die Frau aus dem Osten war reich, weil sie von einem noch reicheren Mann verlassen worden war.

Ich erwachte und. Neben mir dunkle Augen. Sie schauten zur Decke, sie waren frühzeitig erwacht, sie konnten nicht schlafen. Sie weckten mich. Ich klickte auf dein Profil und erkannte ein Bild, auf dem du diese gegen die Decke gewendeten Augen hattest.

Weiter geht’s, die Spiele, die Treffen im Park, im Restaurant, eine Philosophenrunde mit mehr als hundert Teilnehmern …

Gestaltungsfreiheit
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