Lernprozesse

Lernprozesse

– du verspürst Maschinen unzufrieden sein, du kommst ihren Bestimmungen für dich nicht nach. Du bleibst misstrauisch, das Misstrauen hemmt dich – und verhindert deinen Erfolg – im realen Leben warst du im Vergleich zur Herkunft, aus dem Tief des Unterflusses kommend, erfolgreich.

Im Internet bleibst du Chiffre, setzt du dich dem länger aus, wirst du sichtbar ausgemessen und beschreibbar, sie erzeugen Psychogramme von dir, wie du von ihnen.

Maschinen – werden Eigenschaften zugeordnet. An der Küste Kaliforniens wird gesurft, du liest Bernhard. Fühlbares Auseinanderdriften von Kulturabsichten.

All das steht auf dem Spiel – ein Like für dich.

Fass dich kurz, heißt es. Die Maschine aber will mehr als 600 Worte über eine banale Einsicht.

Es sollen weitere 400 Worte entstehen für etwas, was so wirkt, als spreche es von Lernprozessen. Inzwischen sind die Rezipienten mit Überschrift und Titel hinreichend bedient. Und weg.

Schreib nur weiter an deiner Buchhalterprosa und kollidiere mit der Zeit.

Die dir genommen wird, ausgetauscht, umgewälzt und ersetzt durch das, was Rüdiger Launen nennt. Sie geben es ihm zurück. Seine Launen. Wenn er da jede Nacht vor sich hintrollt. Maschinen die schwirren, verwirren und irren.

Ein Bild fehlt, sagt die Maschine.

Zeit für ein paar klärende Worte. Meinen Sie, ich sei ein flatterhaftes Wesen, nur weil alle drei, vier Stunden ein neues Hemd herhalten muss? Jetzt machen Sie kein dummes Gesicht.

Lassen Sie mich reden! Unterbrechen Sie mich nicht! Geben Sie es zu, Sie wissen nicht, was Sie von mir halten, können es sich kaum erklären, Sie wissen wie ich: Sie können sich nicht entscheiden. Bei der Auswahl an Zudringlichkeiten. Lernprozesse.

Die Lösung wäre einfach … Ich fühlte mich gefordert.

Dass sie ihre Augen öffnet. Dass sie in meine Richtung schielt. Das sagt mehr über mich aus als über das, was sich ergab. Beordert, gestichelt und gereizt schrieb ich einen Monolog, unbeachtet. Von Kapitulation getrieben, in einer Zeit, da nur gewinnt, wer die besseren Partner hat und über einen Rest an Anstand verfügt. Ich überprüfe meinen Beitrag und stelle fest: es steht nichts drin.

Ich kann ihn platzieren, glaub mir, es steht nichts drin. Wen provozierte sie? Ich erkenne: ich meinte nicht mich. Das kann man selbstironisch sehen, ein Steinbruch … als Versuch, aus sich selbst herauszutreten … so weit, so kurz, so absichtsvoll und … aussichtslos.

Verlink mich nach … Home – oder zur Musik (da geht es weniger moralisch zu)

Ich hatte schon immer vor, ein klärendes Wort einzuwerfen, eins, das man von mir als Mann erwartet, ich komme dieser Erwartung nach: Hören Sie? Sie können im Ernst nicht glauben, dass ich mich mit Ihrem Geschreibsel auseinandersetze. Sie können davon ausgehen, dass ich Ihrer Fantasie entspreche. Ich ziehe meine Gedanken wie in einem Striptease vor Ihnen aus, allein, Sie merken es nicht.

Weil Sie glauben, dass man Sie längst gesehen hat, in Wirklichkeit sollten Sie hinsehen, was ich Ihnen täglich anbiete. Hinsehen, verstehen Sie, und nicht angesehen werden … dass Sie hier Männer abschleppen wollen … ein Trick … ich würde es Ihnen gern deutlich machen. Sie sind es, die abgeschleppt werden soll, aber Sie lassen es nicht zu!

Mit Ihrem halbnackt sein. Wissen Sie, das mag mich beschämen, das eigentlich Beschämende aber ist, dass ich ganz nackt vor Ihnen stehe. Da gucken Sie nicht hin. Sie tun nur so, als wären Sie halbnackt, ich bin es: ganz nackt.

Und da ich ganz nackt hier rumstehe, möchte ich weitere Auslassungen dazu vermeiden, Sie wissen ja, das ist nur der Versuch, meine Scham anzudeuten. Ich verstecke mich hinter Gesten, damit meine Ganznacktheit nicht auffällt … wissen Sie, das war kein Artikel, das war eine Ansage!

Sie ließ es kommentarlos stehen. So entwickelt sich Trotz, aus Mangel an Gelegenheiten, such es dir aus, du eröffnest Nebenschauplätze und beginnst zu marodieren, da sie für Unruhe sorgt mit ihrem Heimatmuseum der Gefühle.

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