Freisprechanlage Text

Freisprechanlage Text …

verleitet zum Abbiegen aus ihm …

Wenn aber zu wenig Text vorliegt, entsteht Atemstille oder Aversion – die Aversion übrigens empfinde ich als allgegenwärtig.

Ich sehe kaum mehr sich Öffnende, mehr sich Verbarrikadierende. Sich über die Zeit Rettende.

Die Mitteilungen beschränken sich auf das Notwendige, niemand will erkannt sein oder verraten. Zivilisiert und höflich.

Wir belächeln Punktebewertungssysteme, die uns aus China bekannt sind und verhalten uns keinen millimeterbreit anders. Wollen gut sein – und richtig liegen – beim Sekt, korrekt.

Sie müssen entschuldigen, ich sah meinen Arzt. Der hatte ein Lächeln für mich. Es wirkte gestelzt, verstellt, es wirkte verschämt. Ich weiß nicht, ob er sich eben noch mit seiner Frau gestritten hatte oder schon in den Kampfmodus wechselte und ich gleich eins mitkriegen sollte. Mein Arzt. Den ich schon häufig verwechselte mit einem Freund. Dieses freundschaftliche Lächeln jedes Mal, wenn er mich sieht. Heute war es ein verschämtes Lächeln, ein Lächeln, dem ich auf die Schliche kommen wollte. Ich hätte ihn fragen sollen.

Ab wann ist ein Text kein Text, sondern etwas Niedergeschriebenes, dem du keinen Moment länger mehr zugucken willst, wie er versandet.

Ein grauer, blinder Tag.

Der Wirt brachte neuen Grog, und die Gespräche fingen allmählich an, eine schwüle Richtung einzunehmen. Ich trat erstaunt in den Gang – da schlangen sich warme Frauenarme um meinen Hals, und ich sah bei dem Lichtstrahl, der aus einem sich langsam öffnenden Türspalt fiel, dass es Rosina war, die sich heiß an mich presste. (Gustav Meyrink)

Text verleitet zum Abbiegen aus ihm … das Stoffliche am Text wird es nicht schaffen, dich an ihn zu binden, du benötigst etwas, was über ihn hinausweist – in diesem Fall der sich heiß an ihn schmiegenden Frau drohst du sogar in ihm unterzugehen im Sinn von an ihm zu verglühen.

Ich spielte im Tagebuch Aufarbeitung, in der Artikelreihe Dadaistisches, in den Kommentarspalten den Tell, der als Till, als Tiltmich, als Ich-till-dich in Erscheinung trat. Teilt man die Nutzung der Internetdienste nach Phasen auf, muss ich in jener des Abgestumpftseins angelangt sein, hin und wieder aufgelockert durch einen Witz.

Danny, sag, ich liebe schnelle Autos, guten Whisky, schöne Häuser, schöne Frauen. Und dich, was willst du?

Am Folgetag war das Bild mit den gen Decke gerichteten Augen verschwunden. Als sei ich ihr zu nah gekommen: der Routinecheck, ob er sich interessiert und wenn ja, warum. Und wechselt das Bild, das hatte nichts mit meinen Texten zu tun. Die nahm sie erst an, sagt sie, als sie mich eher beiläufig stichelte.

Die Twintowers waren erodiert, die Börse im freien Fall. Robert witterte in jedem Abwärts- einen Einstiegspunkt, und als ich zu einem Treffen unter Schulfreunden fuhr, hörte ich: das sind Einstiegskurse, so billig, wie lange haben wir auf diesen Moment gewartet. Tatsächlich sollten die Kurse weiter fallen und erst im folgenden Herbst reanimiert werden. Never catch a falling knife.

Warum ich das erwähne? Nun, die Diskrepanz zwischen deren Globalisierung und unserer Provinz. Hier das private Glück, dort der Weltkommerz. Hier das Flirten mit klein, fein, beschaulich, dort die Spiralen der Leistungen gegen den Geldwertverfall. Zwei Welten im Paralleluniversum. Einerseits andererseits. Die Allfinanz. Die Börse. Abstrakt. Das Aufeinanderprallen von Hosenscheißer und Stiefelchen. Konkret. Die dort im Hyperuniversum. Wir in der Kleingartenkolonie.

Dort die Hosen voll Öl, die Taschen voll Gold. Hier die Hieroglyphen emotionaler Verwahrlosung. Die Nebenschauplätze sitzen im Hirn. Das Zentrum der Gefühle im Bauch. Wohin fliegt das Geld? Dort draußen Weltfinanz. Hier drinnen Marihuana. Dort The Sky Is The Limit. (Grüße von der Brücke.) Hier das Echo im Tunnel. Kein Himmelreich auf Erden. Dort ein Präsident, der sich am Nahen Osten vergeht. Hier das Fernsehen im Live-Mitschnitt.

Der Dax steht zum Verkauf. Das Ich gefriert zum Anthroposophen.

Du stehst am Gitterrost deiner Wahrnehmung, draußen entsteht der Plot zum Blockbuster. Damit du seine Filme schaust, bietet er dir das Du an. Hey, Kollege, mach doch einen Film!

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Verlink mich nach … Home – oder zur Musik (da geht es weniger moralisch zu)

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