Unter meinem Regenschirm

Graduierte Lebenslagen

vom Klick der dein Leben verändert. Ich klicke blindlings auf Profilen herum. Wenn ich nicht weiterweiß, kann ich ein Wort mit mir selbst wechseln, kann mich fragen, ob ich mich richtig verhalte. Ich soll mir das abgewöhnen und mich verhalten, wie ich mich immer verhalte, geduckt, opportun wie Spitzweg unterm Dach. Gestern noch war es der arme Poet, heute Oblomov. Ich werde jetzt rumklicken. Unter meinem Regenschirm. Im Bett. Profile klicken. Ich werde ihnen klicken, dass ich neu bin. Es ist alles mit allem verlinkt. Ich kann auf Bildchen klicken und erkenne welche, wie man sie nicht allzu häufig auf der Straße antrifft. Ich habe schon welche entdeckt. Sie kommen nicht aus Berlin, soll mich das kümmern? Berlin ist meine Stadt mit dir. Es wohnt eine in Potsdam. Ich weiß nicht, was ich ihr schreiben soll. Wie stelle ich mich vor? Dass ich Klavierhände habe zum Rumklicken?

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… Zwanzig Jahre Internet und unsere Liebe war ein One Night Stand. Muss ich nun, was mir vorschwebte, alles so kleinteilig darstellen, dass es auch meine Nichte, die Tante, der Neffe und und … verstehen, beziehungsweise nachvollziehen, meine, ich muss den Leuten das Internet nicht mehr erklären, das Blätterrauschen im Park, der Wildwuchs der Worte, jeder Satzberg und all das Wortschäumen, ohne Regulativ, just for the devils symphony − dieser mein Striptease fand zu einer Zeit statt, da Süchtige und Spiele-Affine wie ich ihr Seelenleben zum Besten gaben und mithalfen, sich selbst zu enteignen, das Ergebnis sehen wir nüchtern und distanziert inzwischen − jetzt, wo wir nichts außer unser Handy besitzen, auf dem all das mit uns spricht, was wir vor Jahren bereit waren bekanntzugeben.

Sie wünschte sich eine weniger hintergründige Sicht auf die Dinge, die aber spürte ich körperlich; das Herz pochte, stach und krampfte, im Kopf wenig Greifbares, ein Völlegefühl − von Leere, wie ich dachte. Ich kann mir die Briefwechsel nach den buchstäblichen Mustern unserer Sprachlosigkeit zusammenreimen, ein halbes Jahr bewegten wir uns auf eine Tasse Kaffee zu.

Unter meinem Regenschirm. Im Bett. Profile klicken.

Was so beschämend wird – dass du dir selbst nicht mehr traust. Sie dir alles vorkauen und du nur noch abholst, was sie dir vorgekaut haben. Nimm doch mal das dashboard zu Hilfe. Dort steht alles drin, nur eben so langatmig, das schaffst du in diesem Leben nicht mehr. Lass mich mal durch hier. Ich komm nirgends durch.

Unter meinem Regenschirm. - Runie der Franziskaner Klosterkirche Berlin Mitte
Ruine des Franziskaner Kloster Berlin Mitte

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